Projektinhalte

Mit der offiziellen Übergabe des Zuwendungsbescheids startete im Oktober 2013 das Projekt „KAUSA Servicestelle Köln“ – Regionale Koordinierungs- und Informationsstelle für Ausbildung und Integration im Rahmen des bundesweiten Programms „JOBSTARTER – Für die Zukunft ausbilden“.

Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union beim Bundesinstitut für Berufsbildung gefördert und durch die Deutsch-Hellenische Wirtschaftsvereinigung, eine bundesweite Unternehmerorganisation in Köln, getragen.

Das Projekt „KAUSA Servicestelle Köln“ ist ein Teil der KAUSA Servicestellen von JOBSTARTER, die ab Oktober 2013 bundesweit an sechs Standorten zunächst für drei Jahre ihre Tätigkeiten aufgenommen haben. Neben der KAUSA Servicestelle Köln gibt es 30 weitere Servicestellen im gesamten Bundesgebiet.

Gemeinsam wollen wir erprobte Ausbildungskonzepte umsetzen, die hauptsächlich an Jugendliche und Unternehmer mit Migrationshintergrund in Köln gerichtet sind. Das oberste Ziel der KAUSA Servicestelle Köln ist, gemeinsam mit den regionalen Partnern ein Netzwerk und eine gelebte Kooperationsstruktur, einschließlich den  Medien (ausdrücklich auch mit den ausländischen Medien) für Jugendliche, Eltern und Unternehmen mit Migrationshintergrund erfolgreich aufzubauen.

Wir, die Mitarbeiter der KAUSA Servicestelle Köln, verstehen uns als eine 360 ° Anlaufstelle und somit als das Netzwerk- und Kommunikationszentrum und sind gleichzeitig die Synapse für unsere Partnerorganisationen in Köln.

KAUSA Servicestelle Koeln Netzwerk GRAFIK

Die Leistungen der KAUSA Servicestelle Köln sollen nachhaltig in bestehende Beratungsangebote der Regelinstitutionen, am Ende der Projektzeit, im Oktober 2016, übergehen.

KAUSA Servicestelle Koeln Aktivitäten GRAFIK

Zur Ausgangslage und Situation der Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist uns bekannt, dass für viele der Übergang von den allgemeinbildenden Schulen in eine betriebliche Ausbildung eine große Hürde darstellt. Auch für ihre Eltern ist es nicht einfach, sie in diesem Bereich zu unterstützen. Viele, denen das Ausbildungssystem nicht bekannt ist, können sich bei der großen Vielfalt von Ausbildungsberufen nur schwer entscheiden. Oft fehlen ihnen auch notwendige Informationen und Entscheidungshilfen, um eine passende Ausbildungsstelle zu finden.

Die Zielgruppe der jungen Migranten aus Süd-Europa, die bereits längere Zeit in Köln leben oder aber auch neu zugewandert sind, hat einen großen Bedarf an beruflicher Orientierung und beruflicher Integration. Diese Gruppe hat ihre Bildungsabschlüsse nicht in Deutschland erworben und benötigt aus diesem Grund mehr Informationen, Beratung und Unterstützung. Neue Wege der Integrationsförderung müssen hier in enger Zusammenarbeit mit den Migranten- und Regelinstitutionen erschlossen, genutzt und öffentlich gemacht werden. Hier nehmen die Generalkonsulate für die KAUSA Servicestelle Köln eine bedeutende Rolle ein, da sie gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit Aktivitäten unterstützen wollen.

Die Erfahrungen aus den Vorgängerprojekten, NEO XEKINIMA und DHW-Ausbildungsprojekt, fließen in das neue Projekt „KAUSA Servicestelle Köln“ ein und sorgen für eine nachhaltige Verbesserung der Ausbildungssituation von Jugendlichen insbesondere jungen Migranten und der Beteiligung von Unternehmern mit Migrationshintergrund. Der berufliche und interkulturelle Hintergrund des Projektteams eröffnet uns generationsübergreifende Zugänge. Wir sprechen im Projekt neben Deutsch auch Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Griechisch und Französisch).

Im Projekt sollen nicht nur junge Migranten sondern Jugendliche aus allen Herkunftsländern sowie Unternehmer nicht nur mit Migrationshintergrund sondern auch regionale Unternehmen gezielt angesprochen und motiviert werden, mehr Jugendliche, insbesondere mit Migrationshintergrund auszubilden.

Denn diese Jugendlichen sind in der Ausbildung unterrepräsentiert und ihre Potentiale werden nicht erkannt. Im Projekt werden sie mit der nötigen Sensibilität angesprochen  und unterstützt, sich für ihre berufliche Zukunft intensiv und aktiv einzusetzen.

Hierbei ist der Erfolg der Projektarbeit im unmittelbaren Zusammenhang mit der Arbeit regionaler Akteure aus dem Bildungsnetzwerk verknüpft. Für die Erreichung der Projektziele sind drei Arbeitsschwerpunkte geplant:

  1. Das Bildungsnetzwerk, das als partizipatives regionales Netzwerkmodell mit Ausbildungsakteuren, Unternehmen mit Inhabern mit und ohne Migrationshintergrund und Vertretern aus Migrantenorganisationen zusammenarbeitet. Das Bildungsnetzwerk wird von der KAUSA Servicestelle Köln moderiert und tagt regelmäßig in den Räumen der DHW-Zentrale. Die Treffen haben das Ziel, die regionalen Akteure des Bildungsnetzwerks proaktiv einzubinden, Synapsen zu bilden und bei der Entwicklung von nachhaltigen Maßnahmen einzubeziehen.
  2. Empowerment-Workshops bieten wir für Berufskollegs im Kölner Raum an. Sie sind über das Schuljahr verteilt in 3 Einheiten á 1,5 Stunden konzipiert, können jedoch auch einzeln angefragt werden. Hier werden die Jugendlichen darin ermutigt, sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinander zu setzen. Sie lernen, ihre Kompetenzen zu erkennen und berufliche Wünsche zu äußern und zu begründen. Durch das Einüben von Kommunikationsstrategien werden sie darin gestärkt, Vorstellungsgespräche zu meistern. Zusätzlich können die Jugendlichen individuell oder in Gruppen im Bewerbungsverfahren unterstützt und begleitet werden.
  3. Durchführung von Dialogveranstaltungen mit den Generalkonsulaten der wichtigsten Herkunftsländern.
  4. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu Aktivitäten des Projektnetzwerks

Mit dem Start des Projektes „KAUSA Servicestelle Köln“ wollen wir uns für die Erhöhung und nachhaltige Sicherung der Ausbildungsbeteiligung junger Menschen und Unternehmer insbesondere mit Migrationshintergrund einsetzen. Uns ist Ihre Unterstützung und Zusammenarbeit für dieses Vorhaben sehr wichtig. Wir können dieses Ziel nur gemeinsam erreichen.

Seit Anfang Juni 2016 berät die KAUSA Servicestelle Köln junge Flüchtlinge und ihre Eltern im Hinblick auf die berufliche Orientierung und vor allem die Duale Ausbildung in Deutschland.

Der Großteil der Beratungssuchenden sind Flüchtlinge mit Bleibeperspektive aus den Ländern Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia, allerdings kommen auch Migranten, die zwar eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung haben, aber nicht als Flüchtlinge anerkannt sind und aus humanitären Gründen in Deutschland geduldet werden, in die Beratung. Einige Beratungssuchende sind auch Migranten aus EU- oder lateinamerikanischen Ländern.

Die größten noch zu bewältigenden Herausforderungen bei der Integration von Flüchtlingen sind:  

Die Mehrheit hat noch nicht das deutsche Sprachniveau von B1/B2 erreicht und kann deshalb noch keine Praktika (EQ) oder Ausbildung anfangen. Da KAUSA auch auf Arabisch berät wird jedoch deutlich, dass eine große Zahl von Flüchtlingen eine Ausbildung in Deutschland beginnen will, was nach Beendigung der Deutschkurse dann im Jahr 2017, spätestens 2018 möglich sein wird. Diese Deutschkurse sollten flankiert werden von weiteren Unterstützungsangeboten wie Bewerbungstraining, kulturelle Orientierung in Deutschland etc.

Ein großer Teil der Jugendlichen unbegleiteten Flüchtlinge haben in ihrem Heimatland wegen der Kriegsumstände die Schule abgebrochen und haben keinen Schulabschluss. KAUSA hilft auch hier mit der Vermittlung an Abendrealschulen und Berufskollegs. Zeugnisse sind meistens nicht vorhanden oder wurden noch nicht übersetzt und anerkannt.

„Duale“ und „schulische Ausbildung“ sind für Flüchtlinge unbekannte Begriffe, weshalb das KAUSA-Team neben der Aufklärungs- auch viel Überzeugungsarbeit leisten muss. Die Flüchtlinge können sich zum einen unter den allermeisten Berufsbildern nichts vorstellen und stehen deshalb Vorschlägen oft ablehnend und kritisch gegenüber. Berufsfelderkundungen sind deshalb ein weiteres erklärtes Projektziel von KAUSA. Zum anderem wollen manche lieber einen normalen Job/ Aushilfsjob finden, weil sie dort zumindest kurzfristig ein Einkommen erlangen, das über einer Ausbildungsvergütung liegt.

Auf die Zusammenarbeit mit Ihnen freuen wir uns sehr!