„Stop dreaming – Start acting!“ Dritter Berufsinformationstag im Butzweilerhof

Am 15.3.18 fand im Bildungszentrum Butzweilerhof der Handwerkskammer zu Köln bereits zum dritten Mal die Veranstaltung „Stop Dreaming – Start Acting!“ statt. Bei dieser Veranstaltung zur Berufsorientierung von Flüchtlingen werden verschiedene Berufszweige vorgestellt und den Teilnehmer/-innen die Duale Ausbildung und deren Chancen und Perspektiven nähergebracht. Ein Auszubildender mit Fluchthintergrund („Ausbildungsbotschafter“) schildert die Eindrücke und Erfahrungen aus seinem Alltag in der Ausbildung.

An der Veranstaltung haben 28 junge Menschen mit Fluchthintergrund teilgenommen. Zu Beginn hat Richard Draga, stellvertretender Leiter des Bildungszentrums, die Teilnehmenden begrüßt. Gemeinsam wurden die Werkstätten der Metallbauer, Dachdecker, KFZ-Mechatroniker und Friseure besichtigt. Dadurch haben die Geflüchteten im ersten Teil der Veranstaltung bereits einen sehr guten Einblick über die Ausbildungsberufe im Handwerk bekommen. Im zweiten Teil haben die Willkommenslotsinnen der HWK zu Köln und der IHK zu Köln, Michele Pützkuhl und Larissa Karthaus sowie die Ansprechpartnerin für Unternehmen zur Vermittlung von Flüchtlingen in Ausbildung bei der KAUSA Servicestelle Köln, Marion Haas über Struktur und Ablauf sowie Chancen und Perspektiven der Dualen Ausbildung informiert. Nach einer Pause folgte der für viele spannendste Teil der Veranstaltung. Der Ausbildungsbotschafter Rebwar S., der seit 2016 in Deutschland lebt und aus dem Irak fliehen musste, berichtete von seinen Erfahrungen aus der Ausbildung als Zimmerer, die er im Juli 2017 begonnen hat. Rebwar hat den gesamten Prozess vom Beginn seiner Suche nach einem Ausbildungsplatz bis zum Arbeitsalltag im Betrieb und der Berufsschule sehr lebensnah und anschaulich geschildert. Bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle wurde er von der KAUSA Servicestelle und der HWK zu Köln unterstützt. Besonders betont hat er, wie wichtig es ist, während der Ausbildung weiter Deutsch zu lernen. Er freut sich sehr, dass er einen Betrieb gefunden hat, in dem er sich wohlfühlt. Rebwar arbeitet sehr gerne mit seinen Kollegen zusammen und ist glücklich, Vorgesetzte zu haben, die ihn unterstützen, respektieren und bei allen Fragen helfen. Die Teilnehmenden hingen an seinen Lippen und haben ihn mit Fragen gelöchert. Es war spürbar, wie die Begeisterung für die Duale Ausbildung und die Motivation, einen ähnlichen Weg zu gehen, gewachsen ist. Der Auftritt dieses „Ausbildungsbotschafters“ hat einen deutlichen Eindruck bei den Teilnehmer/-innen hinterlassen, und seine Funktion als „Role Model“ hat zum Ziel der Veranstaltung beigetragen, junge Geflüchtete durch Einblick in die Praxis insbesondere für Handwerksberufe zu begeistern, ihnen berufliche Perspektiven aufzuzeigen.

„Stop dreaming, Start acting!“ hat sich als ein sehr gutes Veranstaltungskonzept zur Berufsorientierung schnell in Köln etabliert. Ab diesem Jahr soll es nachhaltig verankert und zwei Mal jährlich durchgeführt werden. Veranstalter und Unterstützer sind die KAUSA Servicestelle Köln, HWK zu Köln, IHK zu Köln, InVia, Diözesan-Caritas Verband Köln, Diakonie, DRK,  Jobpatenschaften „Aktion Neue Nachbarn“ , Jugendhilfe Köln – Kompetenzagentur Rodenkirchen, verschiedene Berufskollegs mit Internationalen Förderklassen, Flüchtlingshilfeinitiativen, Sprachschulen, VHS und weitere Bildungsträger.

Foto: © Christopher Horne