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KÖLNER GRIECHEN BLICKEN BEUNRUHIGT AUF IHR GEEBURTSLAND

2015

KÖLNER GRIECHEN BLICKEN BEUNRUHIGT AUF IHR GEEBURTSLAND
30.06.2015

Kölner Griechen blicken beunruhigt auf ihr Geburtsland

Andreas Pavegos, Inhaber des Restaurants Delphi in Rodenkirchen, ist erschüttert über die Zustände in Griechenland. Am Flughafen Köln/Bonn reagieren Touristen unterschiedlich auf die angespannte Lage. Von David Freches und Thomas Schmitz

„Es tut richtig weh, zu sehen, dass Menschen in Griechenland Schlange stehen, um einen Teller Suppe zu bekommen.“ Andreas Pavegos, Inhaber des Restaurants Delphi in Rodenkirchen, ist erschüttert über die Zustände in seinem Geburtsland, das er vor 52 Jahren verlassen hat, um in Köln zu leben. Er berichtet von Verwandten, die ihre 350-Euro-Rente nicht voll ausgezahlt bekommen und von Krankenhäusern, denen die Medikamente ausgehen.

Für Pavegos ist es nicht nachvollziehbar, dass „der älteste Kontinent der Welt“, in dem „nette Leute leben, die tolle Ideen haben“, in so einer schwierigen Situation nicht zusammenhalte. Die Schuld für die Misere sieht er aber in der griechischen Politik der Vergangenheit, alle großen Parteien hätten „Riesenfehler“ gemacht.

„Korrupte Regierung“

Konsterniert ist Lazaros Telidis, ehemaliger Inhaber der Taverna Diogenis am Sudermannplatz. Griechenland sei korrupt, die Regierung habe das Land über Jahrzehnte kaputtgemacht und das bislang zur Rettung gezahlte Geld von den europäischen Staaten sei weg.

Phedon G. Codjambopoulo, Vorstandssprecher der Deutsch-Hellenischen Wirtschaftsvereinigung mit Sitz in Köln, hofft auf eine Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland. Freunde berichten ihm, dass sich viele von der Anti-Euro-Rhetorik der Regierung beeinflussen ließen. Seine Frau, derzeit in Griechenland, sprach von leer gekauften Supermärkten. Besonders der europakritische Duktus der Regierung missfällt Codjambopoulo. So, wie das angekündigte Referendum in Griechenland über die Reformvorschläge der EU-Staaten formuliert sei, bringe es extrem rechts und extrem links zusammen. „Das begrüßen wir nicht, diese Leute werden ja noch hoffähiger.“

Optimistischer zeigt sich Evangelos Kouklinos von Diko-Reisen an der Komödienstraße. Die Volksabstimmung hält er für richtig. „Aber sie kommt viel zu spät.“ Trotzdem sagt er: „Wir müssen da durch.“ In seinem Reisebüro gingen am Montag zahlreiche Anfragen von besorgten Griechenland-Urlaubern ein, die Angst haben, dass ihnen jetzt Hass entgegenschlage. Doch Kouklinos beruhigt: „Aktuelle Feedbacks zeigen, dass die Griechen gastfreundlich wie eh und je sind.“ Natürlich gebe es Landleute, die zur Drachme zurückkehren wolle. „Der große Teil will das aber nicht.“

Wer in Kürze seine Griechenland-Reise antritt, sollte auf keinen Fall Unmengen Bargeld mitnehmen. Pauschalreisende sowieso nicht, schließlich sei bei ihnen fast alles all-inclusive. Individualreisende sollten mit 50 Euro pro Tag für zwei Personen rechnen. Kouklinos empfiehlt, keine großen Scheine mitzunehmen, sondern eher kleine Stückelungen.

Am Flughafen Köln/Bonn reagieren Griechenland-Touristen unterschiedlich auf die angespannt Lage. „Wir haben mehr Bargeld als sonst abgehoben“, sagt Dimitrios Karagiannis. Der Brühler fliegt mit seiner Familie nach Thessaloniki. „Wir haben Glück, meine Eltern haben dort ein Haus, der Mietwagen ist vorab mit der Kreditkarte bezahlt. Aber es weiß ja keiner, wie es die nächsten Tage weitergeht“, so der Familienvater.

Antonio Augusto blickt seinem Griechenland-Urlaub entspannter entgegen. „Es geht bei all den Entscheidungen nicht um Menschen oder Politik, sondern nur um Geld.“ Das sei schade, befindet der Kerpener. „Die Berichterstattung hat mich völlig kalt gelassen, für uns verändert sich gar nichts.“

Ines Griese-Gütgemann ist bereits in Athen gewesen und Montagabend wieder in Köln gelandet. „Ich hatte wunderbare Tage auf Kreta und keine Einschränkungen“, sagte die Bad Honneferin. Die Hotelbesitzer vor Ort seien zwar in Sorge, dass der Tourismus ausbleibt. „Aber ich erlebe eher, dass die Betreiber in die Unterkünfte investieren, um sie noch attraktiver zu machen.“

Airlines gelassen

Der drohende Staatsbankrott Griechenlands hat bei den Fluggesellschaften bisher nur marginale Auswirkungen. „Wir rechnen mit einer gewissen Zurückhaltung und sehen das auch an den Buchungen, können aber noch nichts Konkreteres sagen“, so ein Lufthansasprecher.

Bei Germanwings sind noch keine Stornierungen eingegangen. „Es läuft alles unverändert, wir merken bisher keine Auswirkungen“, teilt die Fluglinie mit. Auch für die Reisebüros am Flughafen hat sich nichts verändert. „Die Leute buchen weder verstärkt last Minute, noch stornieren sie“, sagt ein Mitarbeiter von altours.

 

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